Ein Auszug aus meinem Buch „Ich will einfach nur mal sein“

Wir fühlen uns oft gestresst, abgelenkt und unausgeglichen. Wir lassen uns durch die unterschiedlichsten Erlebnisse und auch Menschen stressen.

Unsere Gedanken drehen sich im Kreis und wir finden keinen Weg heraus. Immer wieder fragen mich Menschen in meinen Entspannungskursen, wie sie Gedanken und Ängste loslassen können. Wie soll ich das umsetzen?

Ein weiterer Faktor ist, dass wir immer unzufriedener in unserem Leben werden, wir haben das Gefühl das Leben geht an uns vorbei und dass uns die Zeit für uns und unsere sozialen Kontakte fehlt.

Was bleibt eigentlich vom Leben?

Wie kann ich mich diesem Kreislauf entziehen?

Es geht darum die Schönheit des Augenblicks wieder wahrzunehmen. Was brauche ich in meinem Leben, um glücklich und ausgeglichen zu sein?

Wir alle brauchen mehr Achtsamkeit für uns, für die Situationen, in denen wir uns befinden. Auch auf unseren Körper und unsere Gefühle zu hören, ist so wichtig. Hören wir die Stimme in uns, die uns sagt, dass wir etwas verändern sollten? Viele von uns leider nicht. Manche hören sie, wissen aber nicht, wie sie etwas verändern sollen.

Entspannungstechniken und Achtsamkeitsübungen sind die Grundlage für ein gesundes, glückliches und erfülltes Leben.

Mein Name ist Manuela Stolte und bin Massage- und Entspannungstherapeutin, lebe im Umkreis von Hamburg auf einem Resthof, der auch ein besonderer Kraftort für mich und viele Menschen ist. In meinen Räumen biete ich Massagen, Entspannungskurse und Workshops zu den unterschiedlichsten Themen an. Meine Aufgabe oder besser gesagt Berufung, verstehe ich darin, dass ich Menschen in ihrer Entwicklung zu mehr Bewusstsein begleite.

Ich möchte mit diesem Buch das Bewusstsein wecken, achtsam mit uns und mit Allem zu sein.

„Achtsam zu sein bedeutet, wach zu sein.

Es bedeutet zu wissen, was wir tun“

Jon Kabat-Zinn

Dieses Buch soll für Sie ein Ratgeber und Begleiter sein, Impulse geben, ihre eigene Kreativität für mehr Entspannung und Gesundheit zu entdecken.

Unachtsamkeit führt unmittelbar zu Stress und dessen Auswirkungen. Was ist Stress und wie wirkt sich Stress auf unseren Körper und Geist aus?

Wir alle haben mehr oder weniger Stress in unserem Leben. Viele Menschen können sich der gesellschaftlichen Entwicklung von immer höher und weiter, schneller und noch mehr nicht entziehen. Wir sind in unserem Beruf perfekt, sind für unsere Familie da, pflegen Freundschaften, kümmern uns um Angehörige und haben für alles und jeden ein Ohr.

Auch ältere Menschen, die nicht mehr im Berufsleben stehen, sind Stress ausgesetzt. Ängste, Schlafstörungen, Depressionen und Schmerzen lassen sie nicht zur Ruhe kommen.

Wenn wir dem Stress dauerhaft ausgesetzt sind, hat das bedrohende Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser emotionales Wohlbefinden.

Ein gewisser Stress ist völlig normal und auch erforderlich. In der Neandertalerzeit war Stress überlebenswichtig. Anspannung, wenn sich Gefahr zeigte. Nach der Überwindung der Gefahr stellte sich ganz automatisch wieder Entspannung ein. Heute ist das eher eine Ausnahme. Wir kommen nicht mehr wirklich in die Entspannung, da wir einem gewissen Dauerstress durch unterschiedliche Faktoren ausgeliefert sind. Dieser Dauerstress führt unter anderem zu

  • Schlafstörungen
  • Innerer Unruhe
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Muskelverspannungen
  • Burn-Out und Depressionen

Wie erkenne ich, dass ich gestresst bin?

Wichtig ist, dass wir überhaupt ein Empfinden dafür entwickeln, wann wir gestresst sind. Spüren wir, was gerade in uns vorgeht? Welche Emotionen zeigen sich. Verspüre ich Wut oder Angst, ärgere ich mich gerade?

Nehme ich wahr, dass ich mich im Körper verspanne? Merke ich, dass ich die Zähne zusammenbeiße oder ziehe ich meine Schultern hoch und verspanne im Nacken? Balle ich meine Fäuste und halte die Luft an oder atme nicht mehr tief? Wer atmet tief in seinen Bauch? Was nehmen wir eigentlich von uns wahr?

Das Annehmen

Emotionen wie Wut, Angst, Traurigkeit dürfen sein, alles darf da sein. Erlebnisse und Situationen, die uns nicht gefallen sind da. Auch körperliche Beschwerden nehmen wir wahr, auch wenn es uns nicht gefällt.

Hier geht es erst einmal darum, nichts zu bewerten. Es geht nicht darum, einen Zustand nicht haben zu wollen. Wir nehmen nur wahr, was gerade passiert.

Wenn wir etwas weghaben wollen, dann arbeiten wir dagegen an. Das bedeutet Stress und kostet unnütze Energie.

Bei der Achtsamkeit geht es darum, die Situation, in der wir uns gerade befinden, einfach nur zu akzeptieren so wie sie sich gerade zeigt. Das ist alles, was wir tun müssen. Unmöglich? Nein, alles braucht Übung und Zeit.

Nichtstun

Wann tun wir eigentlich mal gar nichts?

Mit gar nichts meine ich wirklich nichts und rein gar nichts. Wir sitzen einfach nur da und sind in Stille.

Kein Radio, kein Fernsehen und auch kein Buch in unserer Hand. Wir denken nicht, wir nehmen nur die Stille wahr. Sehr heilsam.

Das können viele Menschen nicht mehr und sie können es sich auch nicht vorstellen – das Nichtstun.

Wie kommen wir in die Entspannung und die innerliche Ruhe?

Es gibt viele einfache Techniken, die ich im Folgenden vorstellen möchte. Es geht darum, für sich Techniken zu entdecken, die leicht in die Entspannung führen.

Neues im Leben, wie ein Kind völlig vorbehaltlos zu entdecken, kann sehr viel Freude bereiten und erweitert unseren Horizont. Es lohnt sich auf jeden Fall. Ich habe die nachfolgenden Texte in der „Du-Form“ formuliert, da es sich für mich entspannter und persönlicher anfühlt.

Atemtechniken

Wenn wir gut atmen, dann bedeutet das für unseren Körper und unseren Geist schon sehr viel Entspannung. Durch eine richtige Atmung entspannen sich unsere Muskeln, unser Geist kommt zur Ruhe. Die meisten Menschen, die in meine Praxis kommen, atmen sehr flach. Wenn ich sie darauf hinweise und sie dann tief atmen, spüren sie eine sofortige Entspannung nur durch die richtige Atmung.

Tiefe Bauchatmung

Setze Dich bequem hin und schließe Deine Augen. Konzentriere Dich nur auf Deine Atmung.

  • Atme tief durch die Nase ein und lasse den Atem in Deinen Bauchraum strömen, atme durch den Mund aus.
  • Beobachte Deinen Atem, wie er durch Deinen Körper fließt.
  • Beim Einatmen denke: Ich atme ein.
  • beim Ausatmen denke: Ich atme aus.

Du kannst Dir zusätzlich

vorstellen, wie Du einen

sanften Rosenduft einatmest.

Wechselatmung

  • Lege den rechten Daumen auf den rechten Nasenflügel und schließe so das rechte Nasenloch.
  • Atme links ein.
  • Schließe das linke Nasenloch mit dem Ringfinger der rechten Hand, nimm den Daumen vom rechten Nasenloch und atme durch das rechte Nasenloch aus.
  • Atme durch das rechte Nasenloch wieder ein.
  • Halte die Luft an und schließe dabei beide Nasenlöcher mit Daumen und Ringfinger.
  • Atme links wieder aus.
  • Halte dabei das rechte Nasenloch mit dem Daumen geschlossen.
  • Atme links ein.
  • Halte die Luft an – beide Nasenlöcher geschlossen.
  • Atme rechts aus, atme rechts ein, halte die Luft an,
  • atme links aus.
Atemübungen können wir wie unser tägliches Zähneputzen gut in unseren Alltag integrieren

Nach dieser Übung atme noch 1 Minute gleichmäßig mit einer tiefen Bauchatmung ein und aus.

Wenn wir ein wenig geübt sind, wird es für

uns selbstverständlich, auf unsere Atmung zu achten.

Affirmationen

Affirmationen sind positive Sätze, die uns innere Stärke und Ruhe verleihen. Wir müssen die Sätze nicht unbedingt laut aussprechen. Wir können Affirmationen zu jeder Tageszeit, an jedem Ort und bei jeder Tätigkeit, der wir nachgehen, anwenden.

Beispiele für Affirmationen:

Ich bin ruhig und gelassen

Ich ruhe in mir selbst

Ich bin voller Freude

Ich bin frei

Ich schaffe das

Ich bin stark

Ich akzeptiere mich, so wie ich bin

Ich akzeptiere andere, so wie sie sind

Ich bleibe in meiner Mitte

Ich bin gut genug

Ich löse dieses Problem in völliger Ruhe

Ich bleibe positiv

Ich bin gesund und voller Energie

Ich freue mich über meine Arbeit

Ich bin im Vertrauen, dass alles gut ist

Ich lebe in Fülle

Ich bin mutig

Ich bin in Liebe

Vielleicht fallen Dir noch einige andere Affirmationen ein, die Du gerne anwenden möchtest. Bitte beachte, dass Dein Unterbewusstsein verneinende Worte, wie „nicht“ oder „keine“ nicht erkennt. Formuliere Deine Affirmationen positiv.

Leg Dir ein kleines Buch mit positiven Affirmationen an, die sich für Dich stimmig und gut anfühlen. Wiederhole regelmäßig Deine Affirmationen. Wenn Du magst, kannst Du so Deinen Tag beginnen und bist positiv gestimmt. Auch vor dem Einschlafen haben Affirmationen eine beruhigende Wirkung auf Deinen Schlaf und Dein Unterbewusstsein.

Wenn Du in einer Situation bist, die Dich ärgert oder in einem Konflikt mit einem anderen Menschen ist es manchmal ratsam nicht oder anders zu reagieren. Du kennst das bestimmt: Jedes Mal wenn Du Dich mit Deinem Partner streitest, verläuft die Auseinandersetzung nach dem gleichen Schema. Am Ende sind beide verletzt und nichts geht mehr.

Wie wäre es, wenn Du erstmal tief atmest, eine Affirmation innerlich sprichst und nicht sofort emotional reagierst. Wie verläuft die Auseinandersetzung dann? Probiere es aus. Nicht alles verdient eine sofortige Reaktion, auch wenn wir uns dazu gerne hinreißen lassen.

Es ist bestimmt eine Herausforderung, ich kenne das von mir selbst. Ich verspreche Dir; es lohnt sich diese Herausforderung anzunehmen.

Oftmals möchten wir einfach nur Recht bekommen. Was ist die Folge? Der andere fühlt sich dabei nicht gut. Jeder hat eine andere Wahrnehmung und sein eigenes Empfinden. Es gibt nicht richtig oder falsch, es ist eine Frage der Werte und Beurteilungen jedes Einzelnen.

Dankbarkeitstagebuch

Wie schön ist es, die Dinge und Ereignisse festzuhalten, für die wir dankbar sind. Wir vergessen oft, was uns alles am Tag Schönes passiert. An schlechten Tagen fühlt es sich so an, als wenn uns nichts Gutes passiert und alles nur noch schlecht läuft. In diesen Momenten hilft uns unser Dankbarkeitstagebuch, uns bewusst zu machen, dass unser Leben reicher ist als wir jetzt denken.

Welchen Menschen sind wir begegnet, die uns ein Lächeln geschenkt haben, mit denen wir uns nett unterhalten haben? Was haben wir auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen in der Natur Schönes entdeckt? Vogelgezwitscher am Morgen,

Blumen auf der Wiese,

ein Moosherz am Baum,

eine Katze, die sich in der Sonne reckt.

Was konnten wir für andere Menschen tun? Wem haben wir geholfen und haben dafür ein ehrlich gemeintes Dankeschön bekommen.

Was haben wir heute mit Genuss zu uns genommen? Unsere Lieblingsspeise, ein leckeres Eis oder eine Tasse Kaffee, die wir in Ruhe genießen konnten.

Haben wir eine Aufgabe, die uns schwergefallen ist, gut gemeistert?

Wir können auch einfach für unser schönes Zuhause, Freunde und Familie, Gesundheit und Liebe in unserem Leben danken.

Für welche Talente, die Du hast, bist Du dankbar?

Durch Dankbarkeit erhöhen wir unsere Zufriedenheit und unser Glücksempfinden. Dankbarkeit lässt uns ruhig werden und bringt Fülle in unser Leben. Spüre in Deinem Herzen, wie reich Dein Leben ist.

Wofür bist Du dankbar?

Positive Bilder erzeugen

Wenn Du Dich gestresst oder unwohl fühlst, erinnere Dich an schöne Erlebnisse. Hole Dir die Bilder in Dein Gedächtnis. Erinnere Dich an Deinen letzten Urlaub, wie Du am Strand spazieren gegangen bist, wie das Wasser Deine Füße umspielt hat. Spüre die Sonnenstrahlen auf Deiner Haut. Wie hat es sich angefühlt? Wie waren die Geräusche und Gerüche?

Erinnere Dich an einen Waldspaziergang, nehme die Ruhe und den frischen Duft des Waldes wahr. Lass innere Bilder von den Bäumen, einer Lichtung, den Vögeln und was Du noch alles beobachtet hast, vor Deinem inneren Auge erscheinen.

Das ist das Prinzip von Phantasiereisen. Hier holen wir uns erlebte Eindrücke zurück. Das Tolle ist, dass unser Gehirn nicht unterscheiden kann, ob wir uns wirklich an dem Ort befinden und es real erleben.

Wir entspannen automatisch und sind im Wohlbefinden. So schaffen wir uns eine kleine Auszeit von unserem stressigen Alltag.

Sei wie ein Kind

Kinder sind ganz im Hier und Jetzt, verlieren sich in ihrem Spiel.

Wir können uns erlauben und uns trauen wieder wie ein Kind zu sein. Durch Pfützen laufen, eine Pusteblume pflücken und sich etwas wünschen. Ausgelassen sein, Schaukeln.

Auf der Wiese ohne Decke liegen und sich durch das Gras kitzeln lassen, in den Himmel schauen und die Wolken beobachten.

Ein Bild malen und ganz darin versunken sein.

Gesellschaftsspiele mit Freunden oder der Familie spielen.

Beobachte Kinder und lasse Dich von der Unbeschwertheit des Moments anstecken.

Augenübungen

Wenn wir lange vor dem Bildschirm sitzen, dann ist unser Sehnerv und die Augenmuskulatur angespannt. Um die Augen zu entspannen, gibt es einige Übungen. Auch bei häufigen Kopfschmerzen helfen Augenübungen.

Augenentspannung

  • Augen öffnen, nach links schauen, zur Mitte zurückkommen, mit den Augen nach rechts schauen, wieder zurück zur Mitte kommen.
  • Von der Mitte ausgehend nach oben blicken, ohne die Stirn zu runzeln, zur Mitte zurückkommen, nach unten blicken, ohne den Kopf zu neigen.
  • Eine liegende Acht mit den Augen malen.

Palmieren

  • Die Hände aneinanderreiben, bis sich Wärme aufgebaut hat.
  • Lege die Hände auf die geschlossenen Augen. Genieße die Wärme und Dunkelheit. Danach fühlen sich Deine Augen sehr entspannt an.

Der weite Blick

Schaue aus dem Fenster und lasse zwischendurch Deinen Blick in die Ferne oder in den Himmel schweifen

Lächeln

Diese kleine Entspannungsübung schafft schnelle Abhilfe bei Stress. Schließe für einen Moment Deine Augen und ziehe die Mundwinkel nach oben. Forme Deinen Mund zu einem Lächeln, auch wenn Dir gerade nicht danach ist. Am Anfang fühlt es sich ungewohnt und aufgesetzt fast lächerlich an. Aber nach weniger Zeit empfängt Dein Gehirn einen positiven Impuls und es wird eine fröhliche Stimmung signalisiert. Für Dein Gehirn ist das so.

Du fühlst Dich gelöster und entspannter. Lächle Dir selbst zu, ein inneres Lächeln, das sich auch im Außen zeigt. Probiere es mehrmals täglich. Mit der Zeit gewöhnst Du dich daran und wirst ganz von alleine lächeln.

Verschenke Dein Lächeln auch an andere Menschen, das wirkt ansteckend.

Digitales Fasten

Wir sind immer und überall online. Schon morgens nach dem Aufstehen werden e-mails gecheckt, Meldungen auf Social-Media verfolgt und so weiter und sofort.

Auf dem Weg zur Arbeit hören wir Radio und am Arbeitsplatz werden wir natürlich von Digitalem überhäuft. Abends sitzen wir vor dem Fernseher oder sind im Netz unterwegs.

Hier ein paar Impulse für das digitale Fasten:

Schalte Dein Handy für ein bis zwei Stunden am Tag aus. Nichts ist so wichtig, dass es sofort erledigt werden muss. Wenn es sich um einen Notfall handelt, dann wird man Dich auch über andere Wege erreichen.

Schalte an Deinem Computer Signaltöne für eingehende e-mails aus. Bleibe bei einer Sache und lass Dich nicht durch eingehende e-mails ablenken.

Genieße Deine Mahlzeiten ohne den Fernseher nebenbei laufen zu lassen oder Radio zu hören.

Auch mindestens einen Abend in der Woche kannst Du ohne fernsehen verbringen.

Mache Sport, gehe spazieren oder koche gemeinsam mit Deiner Familie.

Nimm Dir ein Buch oder widme Dich Deinem Hobby.

Höre einfach mal wieder nur Deine Lieblingsmusik und entspanne Dich dabei.

Faulenzertag

Auch ein kompletter Faulenzertag ist sehr heilsam. Dazu eignet sich besonders der Sonntag.

Bereite Dir ein köstliches Frühstück und genieße es in Deinem Bett.

Lege einen Schönheitstag ein mit einem wohltuenden Bad, bleibe im Bademantel oder in Deinen Wohlfühlsachen.

Schaue einen Lieblingsfilm an.

Lege ein Mittagsschläfchen ein.

Verbringe Deinen Tag auf der Couch mit einem guten Buch. Kuschel mit Deinem Partner oder Deinen Kindern. Du musst nichts erledigen. Das kannst Du ganz gelassen am nächsten Tag machen.

Dieser Faulenzertag ist zum Faulenzen da, ohne schlechtes Gewissen.

Kurze Meditationen

Atemmeditation

Setze Dich bequem hin und schließe für ein paar Minuten die Augen und konzentriere Dich nur auf Deinen Atem.

Beobachte Deinen Atem, wie er durch Deinen Körper fließt.

Stelle Dir vor, dass Du durch Deine Füße einatmest und über den Kopf wieder ausatmest.

Eine gute Übung ist die 4 zu 7 Atmung. Du atmest 4 Sekunden ein, hältst einen Moment die Luft an und atmest 7 Sekunden lang aus.

Gehmeditation

Wenn wir gehen, dann nehmen wir meist gar nicht wahr, dass wir gehen. Wir machen das so nebenbei in unserem Autopiloten.

Bei der Gehmeditation konzentrieren wir uns auf das Gehen.

Wir spüren jeden Schritt, wie der Fuß aufsetzt und abrollt.

Das können wir in geschlossenen Räumen tun, aber natürlich auch in der Natur.

Wichtig ist, sich nicht durch Äußeres ablenken zu lassen, sondern die Aufmerksamkeit wirklich auf die Füße zu richten.

Besonders schön ist diese Übung als Barfußübung in der Natur. Den Untergrund spüren und wahrnehmen.

Kerzenmeditation

Wir zünden uns eine schöne Kerze an und beobachten nur die Flamme der Kerze in Stille. Eine schöne Möglichkeit ist es, Schwimmkerzen in einer Glasschale mit Wasser anzuzünden und zu beobachten, wie sich die Kerzen in dem Wasser bewegen. Das können wir auch wunderbar mit anderen teilen.

Geführte Meditationen

Wem es schwerfällt in die völlige Stille zu gehen, empfehle ich geführte Meditationen. Im Internet gibt es eine Vielzahl von Meditationen. Wichtig ist hier, dass Dir die Hintergrundmusik zusagt und Dir die Stimme sympathisch ist. Hör in Dich hinein, was Dir hier guttut.

Wohltuende Musik, Geräusche und Worte

Oft sind wir von störenden Geräuschen gestresst. Kennst Du das? Du sitzt im Auto nach einem langen Arbeitstag, Du fühlst Dich gestresst und ausgelaugt. Du stellst Dein Autoradio an und hörst Werbung oder Musik, die Du nicht magst oder die eben sehr aggressiv wirkt. Was passiert hier?

Der japanische Wissenschaftler Dr. Masaru Emoto, hat herausgefunden, dass Wasserkristalle auf unterschiedliche Geräusche reagieren (Buch: Die Botschaft des Wassers). Wasser hat ein Gedächtnis und kann Informationen aufnehmen und weitertragen. Wasser reagiert auf Schwingungen und Emotionen auf einer feinstofflichen Ebene. Bei Hardrock-Musik verzerren sie sich, bei harmonischen Klängen bilden sie wunderschöne Kristallformen.

Unser Körper besteht je nach Alter bis zu 75 % aus Wasser. Wunderst Du dich noch, warum Dich aggressive Geräusche stressen? Auch in unserem Körper verändern sich die Wasserkristalle und wir spüren das und fühlen uns unwohl und genervt.

Ich schalte mein Radio im Auto oftmals aus und nehme sofort die entspannende Wirkung wahr. Probiere es aus.

Achte in Deiner Umgebung auf Geräusche, die Dir nicht guttun. Manchmal können wir uns diesen Geräuschen nicht entziehen. Gerade Eltern können ein Lied davon singen, wenn ihre Kinder weinen oder sehr laut sind. Aber auch hier kann ich mir für kleine Momente eine Auszeit gönnen und meine Lieblingsmusik, ein Hörbuch oder ähnliches über Kopfhörer hören, um mich zu entspannen. Wenn ich entspannt bin, reagiere ich auch anders auf meine Umwelt.

Wenn Du die Möglichkeit hast, dann gehe öfter in die Natur und lausche den wohltuenden Geräuschen.

Vogelstimmen, das Rauschen des Windes, fließendes plätscherndes Wasser. All das beruhigt uns.

Mittlerweile gibt es ein umfangreiches Angebot an Naturgeräuschen, die Du auch digital konsumieren kann.

Auch Entspannungsmusik kannst Du sehr gut für Dich nutzen. Wenn Du die Stille nicht so magst, lege Deine Lieblingsmusik auf während Du arbeitest oder Hausarbeiten erledigst.

Genauso reagiert Wasser auf Worte, die wir hören. Bei seinen Untersuchungen hat Dr. Emoto Wasser in Behältnisse gefüllt, auf das eine Behältnis hat er ein schönes Wort wie wunderschön geschrieben, auf das andere Behältnis ein negatives Wort wie schmutzig. Er hat die Kristalle aufgenommen und auch hier festgestellt, dass positive Worte schöne Kristalle im Wasser bilden und sich bei negativen Worten die Kristalle verzerren.

Das heißt für uns, dass wir auch diese Information für unser Wohlbefinden auf zwei unterschiedliche Weisen nutzen können. Wir können unser Wasser, das wir trinken positiv beeinflussen.

Fülle Dein Wasser doch mal in eine schöne Karaffe und beschrifte die Karaffe mit schönen Worten, wie Liebe, Gesundheit, Wohlbefinden, Fülle… Das Wasser speichert diese Informationen und gibt sie an Dich über Schwingungen des Wassers weiter.

Wir können auch darauf achten, welche Worte wir in unserer Sprache benutzen. Hier ist eine achtsame Kommunikation sehr hilfreich für unsere Entspannung und auch die Entspannung unserer Mitmenschen.  Wenn ein Mensch, mit dem Du redest, sehr negative Worte benutzt, dann kannst Du ihn auch gerne darauf aufmerksam machen, dass diese Art der Kommunikation nicht gerade förderlich und wohltuend ist. Eine positive Ausrichtung und Wortwahl bewirken viel mehr, als Du Dir im Moment vielleicht vorstellen kannst.

Im Moment sein

Wir sind sehr oft mit unseren Gedanken in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Wir machen uns Sorgen über unsere Zukunft, denken vielleicht an traurige Erlebnisse in der Vergangenheit nach. Wenn wir nur im Moment, im Hier und Jetzt sind, dann gibt es keine Sorgen.

Wenn wir eine Tätigkeit verrichten und mit unserer vollen Aufmerksamkeit nur bei dieser Tätigkeit sind, ohne darüber nachzudenken, was wir alles noch erledigen müssen, welche unschönen Momente uns noch bevorstehen etc., dann sind wir nicht im Hier und Jetzt, wir sind in unserem Gedankenkarussell.

Ich habe mir angewöhnt das Wort „Omnibus“ zu benutzen, wenn ich meine Gedanken unterbrechen möchte. Oder Du überlegst Dir einen Satz, den Du dann verwendest, um Deine Gedanken zu unterbrechen.

Mein Satz ist: Wo wachsen eigentlich karierte Maiglöckchen? Und schon ist der Gedanke, den Du gerade noch gedacht hast weg.

Hier braucht es viele Wiederholungen und Übung. Ich bin oft in meinen Gedanken und zerdenke auch gern. Wichtig ist, dass es Dir auffällt und Du dann handeln kannst.

Mir hat auch der Anstoß sehr geholfen, dass ich nicht meine Gedanken bin. Ich betrachte meine Gedanken wie einen Nachbarn, der neben mir wohnt. Ja er ist da, ich nehme ihn auch wahr, unterhalte mich mit ihm, verabschiede mich aber auch wieder von ihm.

Wir denken auch oft Gedanken, die nun wirklich nicht stimmen und steigern uns in eine Situation, die es gar nicht gibt.

Wir machen uns Sorgen wie sich etwas entwickelt und stellen dann im Nachhinein fest, dass wir uns diese Sorgen hätten sparen können. Wir haben Zeit, Energie und Kraft auf eine Situation verwendet, die so gar nicht eingetreten ist.

Was ist in diesem Moment? Was habe ich in diesem Moment zu befürchten, wenn ich mit meinen Gedanken nicht in der Zukunft bin?

Es hilft sich in solchen Momenten, mit der vollen Aufmerksamkeit einer Beschäftigung zu widmen oder in der Natur zu sein und Schönes zu beobachten. Ein Bild, das sich Dir zeigt, das Dich so fasziniert und erfreut, dass Du nur in diesem Moment bist.

An dieser Stelle möchte ich auch kurz auf die positive Ausrichtung unserer Gedanken eingehen. Wir reinigen unseren Körper, wir putzen unsere Zähne, damit sie gesund bleiben. Einige betreiben Sport, andere achten auf eine gesunde Ernährung. Das ist ganz normal für uns. Was ist mit unserer Gedankenhygiene? Destruktive Gedanken können krank machen. Ist uns das bewusst?

Eine positive Ausrichtung unserer Gedanken ist enorm wertvoll. Wenn ich denke, dass ich krank werde, dann werde ich mich mit der Zeit auch so fühlen und vielleicht werde ich auch krank. Wenn ich mich in den Gedanken hineinsteigere, dass es mir schlecht geht, dann werde ich wohl kaum vor positiver Energie sprühen.

Ja es geht uns auch mal nicht so gut. Dann kann ich diszipliniert daran arbeiten, meine Gedanken positiver auszurichten und die guten Dinge, die ja nicht alle plötzlich verschwunden sind, wahrnehmen. Was zeigt sich mir Schönes, das ich auch wahrnehmen kann?

Ich kann auch denken, dass es mir von Tag zu Tag besser geht, mich positiv ausrichten. Ich kann mein Affirmationsbuch, das ich mir angelegt habe zur Hand nehmen und ganz bewusst meine persönlichen Affirmationen sprechen. Das Unterbewusstsein nimmt diese Sätze auf und unsere Schwingung verbessert sich. Wir haben eine andere Ausstrahlung und auch unsere Erlebnisse werden positiver. Unsere innere Einstellung zeigt sich im Außen.

Ein einfaches Beispiel, das es klar macht:

Wir gehen in eine Bäckerei, um ein Brot zu kaufen. Lächeln wir und sind freundlich, dann wird es höchstwahrscheinlich ein freundliches Echo geben.

Wir haben eine positive Ausstrahlung, auf die Menschen auch positiv reagieren. Wir gehen mit einer weiteren positiven Erfahrung aus der Bäckerei und freuen uns, dass wir ein Lächeln oder ein schönes Gespräch mit nach Hause nehmen können.

Wenn wir allerdings negativ gestimmt sind, schlechte Laune haben und unser Gesicht und Körper das zum Ausdruck bringt, dann wird uns die Verkäuferin vielleicht höflich behandeln, weil es ihr Beruf von ihr abverlangt, aber ein nettes Gespräch wird wohl kaum zustande kommen.

Wir haben es in unserer eigenen Hand, wie wir denken. Das macht niemand anderes, sondern allein wir

Die Begegnung in der Bäckerei ist ein einfaches Beispiel, das vielleicht nicht so eine große Auswirkung auf unser Leben hat.

Es gibt entscheidende Augenblicke, in denen wir durch eine positive Ausrichtung für uns sehr wertvolle positive Erlebnisse verzeichnen können und eine Situation in eine ganz andere Richtung lenken können.

Im Umgang mit unserem Partner, auf der Arbeitsstelle, in allen Situationen, in denen wir Menschen begegnen.

Wir können uns und anderen Menschen mit einer positiven Einstellung und Ausstrahlung ein großes Geschenk machen.

Progressive Muskelentspannung nach Edmund Jacobson

Die progressive Muskelentspannung ist ein Entspannungsverfahren, das von allen Menschen leicht und in kurzer Zeit erlernt werden kann.

Mit ihr können Menschen in kurzer Zeit tiefe und wohltuende Entspannungszustände erfahren. Die Theorie von Jacobson ist, dass psychische Spannungen immer von Muskelverspannungen begleitet sind. Der Umkehrschluss, Entspannung wirkt sich gleichzeitig positiv auf das Körpergefühl und die Psyche aus.

Durch das Training wird in systematischer Weise eine Herabsetzung der Anspannung der Skelettmuskulatur hervorgerufen, wodurch ebenfalls eine psychische Entspannung erreicht wird, welche wiederum eine zunehmende Muskelentspannung zur Folge hat. Es entsteht somit ein Kreislauf.

Es soll nicht nur die Veränderung der Muskelzustände wahrgenommen werden, sondern auch die Muskelspannung, die mit Angst einhergeht. So entsteht ein Frühwarnsystem, um die Entspannung rechtzeitig und einfach einzusetzen.

Die Vorteile der Progressiven Muskelentspannung sind, dass sie zwischendurch durchgeführt werden kann und auch ältere Menschen sie problemlos anwenden können. Die Übungen können im Sitzen als auch im Liegen durchgeführt werden.

Ein einfacher Ablauf einer Übungseinheit:

Rechte Hand und rechter Arm

  • spanne Deine rechte Hand zu einer Faust
  • spanne auch den Unter- und Oberarm an
  • halte die Spannung für 5-10 Sekunden
  • löse die Spannung und
  • fühle in deine Hand und den Arm
  • spüre ungefähr 30 Sekunden nach
  • nimm Empfindungen wie z.B. Wärme, Kribbeln, Schwere oder Leichtigkeit wahr

Linke Hand und linker Arm

  • spanne die linke Hand zu einer Faust
  • spanne auch den Unter- und Oberarm an
  • halte die Spannung für 5-10 Sekunden
  • löse die Spannung
  • fühle in deine Hand und den Arm
  • spüre ungefähr 30 Sekunden nach
  • nimm die Empfindungen wahr

Rechter Fuß und rechtes Bein

  • ziehe die Zehen zum Körper hin
  • spanne Deine Waden und den Oberschenkel an
  • halte die Spannung für 5-10 Sekunden
  • löse die Spannung
  • fühle in Deinen rechten Fuß und Dein rechtes Bein

Linker Fuß und linkes Bein

  • ziehe die Zehen zu Deinem Körper hin
  • spanne Deine Wade und den Oberschenkel an
  • halte die Spannung für 5-10 Sekunden
  • löse die Spannung
  • fühle nach, was Du in Deinem Fuß und Deinem Bein spürst

Bauch

  • spanne Deine Bauchmuskeln für 5-10 Sekunde an
  • versuche weiter regelmäßig zu atmen
  • löse die Spannung wieder
  • spüre in Deinen Bauch und mache ihn durch Deine tiefe Atmung weit

Gesäß

  • spanne Deine Gesäßmuskulatur an
  • halte die Spannung für 5-10 Sekunden
  • löse die Spannung
  • fühle nach

Schultern

  • ziehe die Schultern hoch bis an Deine Ohrläppchen
  • halte die Spannung für 5-10 Sekunden
  • löse die Spannung wieder
  • fühle in Deine Schultern und in Deinen Nacken
  • was kannst Du wahrnehmen

Gesicht

Das ist meine Lieblingsübung, die Dein Gesicht ganz entspannt, Deine Ausstrahlung verbessert und Dich jünger erscheinen lässt.

  • spanne Dein ganzes Gesicht an
  • kräusel die Stirn
  • rümpfe die Nase
  • presse die Lippen aufeinander
  • beiß die Zähne zusammen
  • halte die Spannung für 5-10 Sekunden
  • löse die Spannung und fühle hinein
  • lasse den Kiefer fallen
  • die kleinen Muskeln um die Augen entspannen sich
  • die Zunge sollte locker im Mundraum liegen und nicht gegen die Zähne oder den Gaumen drücken
  • wie fühlt sich Dein Gesicht an
  • spüre hinein

Alle Übungen solltest Du zwei- bis dreimal wiederholen.

Abschluss

  • spüre nochmal durch Deinen ganzen Körper
  • nimm Deine Füße wahr
  • nimm die Entspannung in Deinen Beinen wahr
  • spüre die Entspannung in Deinen Händen und Armen
  • das Gesäß und der Bauch sind entspannt
  • die Schultern, der Nacken und der Rücken sind entspannt
  • nimm Dein Gesicht wahr
  • die Stirn, die Augen, der Mund, alles ist entspannt.

Dein ganzer Körper ist entspannt, nimm Deinen ganzen Körper bewusst wahr.

Einzelne Übungen kannst Du auch zwischendurch am Schreibtisch, beim Warten im Supermarkt an der Kasse, während Du ein Essen zubereitest und auch in der Badewanne durchführen.

Besonders gut eignen sich die Übungen auch vor dem Schlafengehen. Du bist danach sehr entspannt und kannst gut einschlafen. Auch wenn sich Dein Gedankenkarussell dreht, ist die Progressive Muskelentspannung ein wertvolles Mittel, da Du Dich auf Deinen Körper konzentrierst und die Gedanken keinen Platz haben. Du bist ganz und gar mit Deiner Aufmerksamkeit bei Deiner Atmung und Deinem Körper.

Ziel der Progressiven Muskelentspannung ist es, dass Du nach einiger Zeit der Übung lernst, wie sich ein entspannter Zustand anfühlt. Dein Gehirn registriert dann irgendwann, wenn Du angespannt bist und wo Du angespannt bist und Du lässt dann ganz bewusst die Anspannung los. In meiner Praxis mache ich immer wieder die Erfahrung, dass Menschen nicht mehr wissen, wie sich entspannt anfühlt.

Auch hier ist Achtsamkeit für uns und unseren Körper gefragt. Wie fühle ich mich gerade? Wo bin ich angespannt? Was macht meine Zunge? Habe ich die Schultern hochgezogen? Beiße ich die Zähne zusammen? Du bekommst ein Bewusstsein dafür, was sich gerade abspielt. Das ist die Grundlage für Entspannung. Wenn Du nicht merkst, dass Du angespannt bist, wirst Du auch nichts dafür tun, dass Du entspannst.

Ätherische Öle für Körper, Geist und Seele

Ätherische Öle können enorm zu unserer Entspannung beitragen. Düfte beeinflussen unser körperliches und seelisches Empfinden.

Was sind ätherische Öle? Ätherische Öle sind die Seele der Pflanze, ihr Duftstoff. Sie werden aus den Blättern, der Frucht, aus der Wurzel oder der Blüte einer Pflanze gewonnen. Sie werden durch Destillation oder Kaltpressung gewonnen. Sie sind nicht wasserlöslich, lösen sich in Fett und Alkohol. Es sind hochwirksame Wirkstoffe, die körperlich und seelisch wirken.

Sie verteilen sich sehr schnell im Blutkreislauf und werden von der Lymphe und Zellflüssigkeit zu den verschiedenen Körperteilen und Organen transportiert und gelangen bis in das Innere der Zellen.

Auf der geistig-seelischen Ebene sind sie enorm wirksam. Sie gelangen über die Riechzellen in der Nase durch einen elektrischen Impuls, zu dem sie umgewandelt werden, in unser Gehirn in das Limbische System, unserem Gefühlszentrum im Gehirn.

Ob wir einen Duft als angenehm oder unangenehm empfinden, hängt stark von den in unserem Gehirn gespeicherten Erfahrungen, Personen oder Gegenständen, die mit dem Duft in Verbindung gebracht werden, ab.

Das Limbische System ist dem Hypothalamus übergeordnet. Der Hypothalamus ist die Schaltzelle zwischen dem Großhirn und dem zentralen Nervensystem und reguliert über die Hypophyse das vegetative Nervensystem und die endokrinen Drüsen (Hormondrüsen). Die ankommenden elektrischen Impulse bewirken eine sofortige Ausschüttung chemischer Botenstoffe (Neurotransmitter, Hormone). Diese sind die Chemie unserer Gefühle, je nach ausgeschüttetem Hormon entstehen die unterschiedlichen Gefühle, z.B. Serotin erzeugt Glücksgefühle.

Ätherische Öle können zur Raumbeduftung durch eine Aromalampe oder auch in einem elektrischen Diffuser eingesetzt werden.

Für die körperliche Anwendung müssen ätherische Öle verdünnt werden. Hierzu eignen sich besonders in der Hautpflege und zur Massage Trägeröle, wie ein Mandel-, Jojoba-, Sesam- oder auch Olivenöl, je nach Vorliebe.

Als Empfehlung mischt man 10 ml Öl mit 1-2 Tropfen eines ätherischen Öles. Hier gilt die Regel weniger ist manchmal mehr. Ich empfehle den Hauttest an der Innenseite des Ellenbogens. Es gibt ätherische Öle, die ich als sanft bezeichne, aber auch hautreizende Öle. Wie wir auf ätherische Öle reagieren, ist sehr individuell.

Ätherische Öle können auch wunderbar dem Badewasser zugefügt werden. Da sie sich nicht in Wasser lösen, ist hier die Zugabe eines Emulgators wie Milch, Öl oder Sahne erforderlich.

„Unser Geruchssinn ist ein Werkzeug des Herzens. Über ihn können Impulse aufgenommen werden, die unmittelbaren öffnenden Einfluss auf des Menschen emotionale Befindlichkeit ausüben“

aus dem Buch “Aroma Therapie der Seele“ von meinem Mentor, Freund und Herzenswegbegleiter Thomas Kinkele, Inhaber der Firma flora perpetua, die sich u.a. mit kreativer Verarbeitung von Pflanzenmaterial und Aroma befasst.

Die Beschreibung der hier vorgestellten Öle habe ich zum größten Teil aus seinem Buch entnommen.

Ich stelle nun einige ätherische Öle und ihre Wirkung vor:

Lavendel

Hilft u.a. bei Nervosität, Melancholie, Migräne, Rheuma und Blasenentzündungen. In der Massage wird das Öl bei Verspannungen eingesetzt. Lavendel eignet sich auch sehr gut als natürliches Schlafmittel. Lavendelöl in der Duftlampe im Schlafzimmer oder mit den Händen verteilt auf dem Kopfkissen unterstützt unseren ruhigen Schlaf.

Spannungsreiche Zustände werden in den Ausgleich gebracht. Er wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem und wirkt dort beruhigend und stärkend. Der Geist wird angeregt und das Gefühlschaos geordnet.

Lemongras

Schnell wachsendes Gras, das mit umfangreichem Wurzelgeflecht den Boden durchsetzt. Grasiger Zitrusduft mit erdigem Unterton. Bekämpft Parasiten, wirkt fungizid, verdauungsfördernd, kräftigend und aktiviert stärkend Energiereserven. Hilft Mittel und Wege zu finden und sie praktisch zu nutzen. Dieser Duft erzeugt eine optimistische Stimmung.

Bergamotte

Bei starker psychischer Anspannung hilft dieses Öl ganz außerordentlich, indem es lösend, stimmungsaufhellend und belebend wirkt. Es lässt das Verharren auf Positionen schwinden, indem es verlorenes Selbstbewusstsein wieder aufbaut.

Edeltanne

Hilft bei Beschwerden des Bewegungsapparats (Muskeln/Gelenke) und kräftigt den Organismus. Befreit die Atemwege. Klärt und erhellt die Empfindungsweise. Gestärkt durch freien Energiefluss und Öffnung zum Licht, kann von Phantomen Abstand genommen werden. Lebenskraft fließt ein und Selbstheilungskräfte werden aktiviert.

Rosmarin

Diese Pflanze liefert den Feuerimpuls.

Die Willenskraft wird gestärkt.

Die Beweglichkeit des Körpers ebenso wie die Funktion des Herzens und des Verdauungssystems werden unterstützt.

Orange

Wärmend und schützend nimmt dieser Duft die Schwere der Gedanken und Gefühle und stärkt das Herz. Die anregende Wirkung deutet auf Beziehungsthemen und den Umgang mit zwischenmenschlichen Aufgabenstellungen hin.

Es vermittelt Heiterkeit und Wärme und schenkt uns Leichtigkeit und Lebensfreude.

Pfefferminze

Schmerzlindernd und entzündungshemmend. Hilft sehr gut bei Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Es ist auch ein ausgesprochenes Erkältungsmittel. Es hat eine sehr klare Wirkung, wenn sich Gedanken im Kreis drehen und es sich anfühlt, als wenn nichts weitergeht.

Zeder

Bei Nervosität, kräftigt und ist entzündungshemmend. Bei Hautkrankheiten wirkt es sehr beruhigend. Zedernholzöl wirkt besänftigend. Es ist geeignet für dünnhäutige Menschen, die in der rauen Welt einen Schutzmantel benötigen.

Zitrone

Blutreinigend, blutdrucksenkend, aktivierend und entschlackend. Bei Arthritis, Rheuma, Verdauungsbeschwerden und Asthma. Es stoppt Blutungen bei Wunden, pure Anwendung bei Warzen und zur Pflege bei fettiger und unreiner Haut. Zitronenöl bringt frischen Wind in die Seele und reinigt sie. Bei geistiger Schwere, wenn man das Gefühl hat die Freiheit verloren zu haben, gibt das Zitronenöl Leichtigkeit und Frische.

Zimt

Magen- und herzstärkend, anregend, durchwärmend, verdauungsfördernd und krampflösend. Bei Schwächezuständen, Grippe, Erkältungskrankheiten und Muskelschmerzen. Hilft auch als Massageöl bei rheumatischen Beschwerden. Zimtöl schenkt emotionale Wärme und Geborgenheit. Es löst seelische Verspannungen, wärmt das Herz und stärkt die Nerven.

Litsea Cubeba

Es duftet sehr frisch, zitronig-süß und hat einen anregenden und aufbauenden Einfluss auf die Psyche. Müdigkeit verfliegt, Angst- und Depressionszustände sollen abgemildert werden. Wenn Lethargie und Lustlosigkeit melancholisch schwer auf dem Gemüt lasten, vermittelt Litsea cubeba in ihrem süßen Duft die aufhellende Botschaft neuer Energiequellen. Muffig dunkle Ecken des Innenlebens werden radikal aufgedeckt und ausgekehrt. Alles, was sich verstockt und undurchlässig dem frischen Wind entgegenstellt, wird einfach weggeblasen bis die Luft klar und sauber ist. Konzentrationsfähigkeit und zielgerichtetes Denken ermöglichen in der Folge den nötigen Ausblick, um in Ruhe eindeutige Entscheidungen für das Leben treffen zu können. Die Schönheit der Schöpfung und der Reiz des Neuen werden auf ruhige Weise dem Bewusstsein nahe gebracht. Das lässt jugendlichen Schwung aufkommen, ohne das emotionale Gleichgewicht durch Rastlosigkeit zu gefährden. Jegliche Anspannung schwindet dahin und löst sich auf.

Muskatellersalbei

Es ist krampflösend, verdauungsfördernd, blutdrucksenkend und hilft bei Menstruationsbeschwerden. Muskatellersalbeiöl wirkt leicht euphorisierend und stärkt die Bereitschaft Schritte über die eigenen Grenzen zu gehen, schenkt Lebensfreude.

Palmarosa

In der Aromatherapie schätzt man die hervorragenden Hautpflegequalitäten dieses Öls. Hervorzuheben sind aber auch die psychisch-seelischen Gesichtspunkte bei der Verwendung dieses ätherischen Öls. Die Herznote seines Duftes ist ein wahrer Seelenstreichler. Es ist ein dem Element Wasser zugeordnetes kühlendes Aroma, das die Stimmung aufhellt und beruhigend auf den Geist wirkt. Harmonisierend stellt es das innere Gleichgewicht wieder her, wenn die Nerven überstrapaziert sind. Stress und Hektik schwinden und es wird möglich, die Dinge gelassener zu betrachten. Eine kindliche Leichtigkeit geht von dem feinen Duft dieser Pflanze aus. Deshalb ist er auch universell einsetzbar und wird insbesondere von Kindern geschätzt.

Eukalyptus

Dieses Öl steigert die Konzentrationsfähigkeit und unterstützt das logische Denken. Es sorgt für klare Gedanken, um die Zusammenhänge zu erkennen

Grapefruit

Gut für die Durchblutung und anregend auf den Lymphfluss und Stoffwechsel. Hilft bei Verdauungsproblemen. Bei tiefgreifenden Veränderungen hilft es anzunehmen, was dran ist. Das Bittere geht hier mit dem Süßen in vollkommener Harmonie einher.

Es gibt eine große Auswahl an ätherischen Ölen in unterschiedlichen Qualitäten. Gute ätherische Öle erhält man unter folgenden Kennzeichnungen:

  • 100 % naturrein (nicht naturidentisch)
  • Authentisch (sie enthalten nur das Öl der angegebenen Stammpflanze
  • Unverfälscht (sie enthalten keine künstlichen oder synthetischen Zusätze)
  • Sortenrein (sie werden nicht mit Fraktionen anderer oder billigerer Öle gestreckt

Die Bezeichnungen konventionell, Wildsammlung oder kbA (kontrolliert-biologischer Anbau) lassen Rückschlüsse auf die Pflanze vor der Destillation zu.

Richtiger Umgang mit ätherischen Ölen

Ätherische Öle sollten in dunklen Behältnissen kühl und lichtgeschützt gelagert werden. Sie sollten nur in Verdünnung mit einem Trägeröl (z.B. Mandel-, Jojoba-, Sesam- oder anderem Öl nach Belieben) angewendet werden. Bei Allergikern ist ein Armbeugetest empfehlenswert. Dazu gibt man die Ölmischung auf die Ellenbeuge (Innenseite) und wartet ca. 10 Minuten, ob sich eine Rötung oder Reaktion zeigt. Ätherische Öle sollten auch nicht direkt auf die Schleimhäute aufgetragen werden.

Für Schwangere und Epileptiker sind ätherische Öle nur eingeschränkt erlaubt.

Ich empfehle ätherische Öle der Firma flora perpetua www.floraperpetua.de, die ich auch selbst in meiner Praxis anwende.

Es gibt eine große Vielzahl unterschiedlicher Öle. Wenn Dich dieses Thema besonders interessiert, findest Du im Buchhandel gute Literatur. Besuche eine Buchhandlung und lass Dich inspirieren.

Schlussworte

Mir hat es sehr viel Freude bereitet dieses Buch zu verfassen. Mein Ziel ist, einfache Tipps und vor allem Impulse zu geben, die eine sofortige Entspannung bringen.

Wenn Dir eine Übung nicht gefällt, dann lasse sie einfach sein. Entspannung soll mit Freude geschehen.

Vielleicht ist mein Buch auch eine Anregung, Dich zu fragen, was Dich entspannen kann und was Dir wirkliche Freude bereitet. Das Feld ist riesengroß.

In einem entspannten Zustand sind wir gelöst und unsere Kreativität wird geweckt. Wir befinden uns nicht mehr im Hamsterrad und haben Freiraum für inspirierende Gedanken. Was wollen wir aus unserem Leben machen. Womit füllen wir unsere freie Zeit.

Im Vordergrund steht auch unsere Gesundheit. Entspannung trägt sehr viel zu unserer Gesundheit bei. Es ist so einfach etwas für sich und sein Wohlbefinden für den Körper und den Geist zu tun. Fange einfach an und bleibe dran und denke daran, Entspannung verleiht Dir eine Schönheit im Innen, die sich auch im Außen zeigt.

Auf meiner Homepage www.lamela.info findest Du auch regelmäßig neue Tipps und Workshops zu unterschiedlichen Themen.

Ich wünsche Dir eine Zeit voller Entspannung, Achtsamkeit und vieler schöner Momente.

Von Herzen

Manuela

Literaturverzeichnis/Quellen

Thomas Kinkele, Aroma Therapie der Seele, Neun Tore zur inneren Entwicklung, Mit Räucherstoffen und Aromaölen, Verlag Windpferd, 2004

Michael Kraus, Ätherische Öle für Körper, Geist und Seele, Von Angelika bis Zypresse; Verlag Simon und Wahl, 1996

Bildnachweis

Canva.com/Fotos auf Seite 1, 10, 17, 18, 23, 31, 32, 33, 34

Eigene Fotos auf Seite 6, 8, 12, 13, 14, 15, 18, 19

Bezugsquellen ätherische Öle

www.floraperpetua.de

Covergestaltung: www.juliaklaustermeyer.com

Impressum:

www.lamela.info/impressum